Künstlerische Entwicklung

Wie aus meinem Ichbild zu ersehen ist, kann ich meine angeborene kindliche Neugier und Kreativität nur entfalten, wenn es keine äußeren Zwänge oder Vorgaben gibt. Ich möchte selbst entscheiden, wann ich etwas und wie gestalte, was auch erklärt, dass ich bisher keine Lehrgänge zur technischen Vervollkommnung meines Maltalents besucht habe, sondern selbst mit "learning by doing" versucht habe, meine Ideen umzusetzen.  Sieht man von den frustrierenden Versuchen in der Mittelschule ab, mich zu bestimmten Themen und Motiven mit vorgegebenen Techniken zu motivieren - was meist misslang.

Mein Interesse an der Natur und ihrer vielfältigen Schönheit wurde schon in frühester Kindheit durch meinen Großvater geweckt und durch meine Eltern weiter entwickelt. Beide Elternteile waren Lehrer, deren Schwerpunktfächer u.a. Naturkunde und Deutsch waren. Ihnen verdanke ich meine musischen Neigungen und mein Wissen über die Flora und Fauna. Eindrücke unserer gemeinsamen Wanderungen erweckten in mir den Wunsch, das Erlebte und Gesehene in Bildern festzuhalten. Viele Phantasien entstanden dabei im Kopf und neue Inspiration aus den durch meine Augen eingefangenen Eindrücken. Es lag deshalb nahe, als Wahlfach bei der Matura Kunstgeschichte und bildnerische Gestaltung zu nehmen. Dennoch war mein Wunsch Tierärztin zu werden größer als der, das Malen zu meinem Beruf zu machen - "denn malen kann man ja immer noch nebenher, Tiere heilen nicht".
Dies stellte sich allerdings als Trugschluss heraus, denn als mein beruflicher Einstieg erfolgte, wurde die Zeit für das Zeichnen immer knapper  und schlussendlich musste dieses Hobby dem Alltag zugunsten eigener Familie und den sich bei mir ansammelnden Tieren zurückstehen.
In meinen frühen Bildern und Skizzen bevorzugte ich vor allem die grafische Darstellung von Tieren, besonders von Pferden, seltener Landschaften, Menschen oder Alltagsgegenständen. Kurze Exkurse in Aquarell und Ölmalerei sowie Emaillackdarstellungen auf Glas, Porzellan und Holz folgten. Bei dem Experimentieren mit Kupfer- und Silberdraht, Emaillieren von Schmuck und der Anfertigung und Bemalung von "nützlichen" Gegenständen konnte ich meine Phantasie ebenfalls ausleben.

Der letzte Wunsch meines Vaters, der seine Emotionen und Gedanken vor allem in Poesie  verwandelte,  war, mein Zeichentalent wieder zu beleben und weiter zu entwickeln. Dies wurde allerdings erst kurz nach meinem Pensionsantritt möglich und animiert durch eine malende Kollegin begann ich zaghaft im Sommer 2013 meine eingerosteten Malsinne zu reaktivieren. Einen großen Ansporn bekam ich seit dem Beitritt in das Vetart Kunstforum (2013) durch den Kontakt mit künstlerisch ambitionierten FachkollegInnen und gemeinsame Ausstellungen.
Somit kamen zu den davor bereits angesammelten über 200 "Werken" inzwischen mehr als 300 "neue", von denen ich einigen auf meiner Homepage Raum geben möchte.

Im Oktober 2016 trat ich dem Verein "Kunst-Projekte" Galerie Studio 38 bei, nachdem ich zuvor an einer von diesem veranstalteten Ausstellung teilgenommen hatte.

Die Rückkehr in die Welt der Farben ergab sich  maltechnisch zufällig,  bedingt durch die wiederausgegrabenen Pastellkreiden meiner Schwester, die während ihres Kunstgeschichte Studiums zahlreiche Bilder generierte. Soweit ich zurückdenken kann, hatte ich in der jugendlichen Malphase so gut wie nie mit Kreide gemalt, wohl mit Rötel und Kohlestift. Doch mit jedem Bild, jeder Skizze, die ich mit der mir zuvor nicht vertrauten Darstellungsform versuchte, gewann ich mehr Selbstvertrauen und Fertigkeit, sodass Pastellmalerei meine neue Maltechnik wurde. 2013 begann meine Kreidezeit. Einige Seitensprünge mit Kohle und  Aquarellstift dienten nur dem Versuch, Motive anders, vielleicht besser, darstellen zu können.
Erst durch eine komplizierte Verletzung meines rechten Armes im Sommer 2014 war ich gezwungen, die Pastellmalerei zu unterbrechen, wollte aber die lange Rekonvaleszenzphase nicht  untätig verstreichen lassen. Deshalb versuchte ich ersatzweise wenigstens mit einem Pinsel Bilder zu produzieren- es war sehr mühsam, aber es entstand eine Reihe von Aquarellbildern.

Die hier präsentierten" Ansichtssachen" sollen einen Bogen zwischen den verschiedenen Phasen meiner Bildgebung spannen und spannend genug sein, um das Interesse des Besuchers wach zu halten. Vielleicht tragen auch einige Titel der Bilder dazu bei, denn den kreativen Umgang mit der Sprache bekam  ich ebenfalls von meinen Eltern vorgelebt und habe ihn zeitlebens immer gern angewandt.